Stoßwellentherapie: Wann sie hilft
Fersensporn, Kalkschulter, Tennisellenbogen: Wie Stoßwellentherapie wirkt, wann sie sinnvoll ist, wie die Behandlung abläuft und was sie kostet.

Was ist Stoßwellentherapie?
Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) behandelt chronische Sehnen- und Weichteilbeschwerden mit gebündelten Druckwellen, die von außen in das betroffene Gewebe geleitet werden. Die mechanischen Impulse regen Stoffwechsel und Durchblutung an und stoßen körpereigene Reparaturprozesse an – ohne Operation, ohne Spritze, ohne Medikamente.
Ursprünglich stammt das Verfahren aus der Nierensteinzertrümmerung. Seit den 1990er-Jahren wird es gezielt bei hartnäckigen Beschwerden am Bewegungsapparat eingesetzt und ist heute für mehrere Indikationen gut untersucht.
Bei welchen Beschwerden hilft Stoßwellentherapie?
Am besten belegt ist die Wirkung bei chronischen Sehnenansatz-Beschwerden, die länger als drei bis sechs Monate bestehen. Typische Einsatzgebiete:
- Fersensporn / Plantarfasziitis – stechender Fersenschmerz, besonders bei den ersten Schritten am Morgen. Eine der am besten untersuchten Indikationen.
- Kalkschulter (Tendinosis calcarea) – Kalkdepots in der Rotatorenmanschette; Stoßwellen können den Abbau des Kalkherds anstoßen.
- Tennis- und Golferellenbogen – Sehnenansatzreizungen am Ellenbogen, die auf Schonung und Dehnung allein nicht ansprechen.
- Achillessehnen-Beschwerden – chronische Reizungen am Ansatz oder im mittleren Sehnenabschnitt.
- Patellaspitzensyndrom („Jumper's Knee") – Überlastung der Kniescheibensehne bei Sprung- und Laufsportarten.
- Muskuläre Triggerpunkte – lokal verhärtete, druckschmerzhafte Muskelareale.
Wichtig: Stoßwellentherapie ist kein Erste-Wahl-Verfahren bei akuten Verletzungen. Ihr Platz ist der chronische, therapieresistente Verlauf.
Wie läuft die Behandlung ab?
Eine Sitzung dauert etwa 10 bis 15 Minuten; üblich sind drei bis fünf Sitzungen im Abstand von je einer Woche. So läuft es bei uns ab:
- Befund: Wir lokalisieren die schmerzhafte Struktur durch Abtasten und Funktionstests – die Stoßwelle wirkt nur dort, wo sie präzise appliziert wird.
- Behandlung: Der Applikator wird mit Kontaktgel auf die Haut aufgesetzt. Die Impulse sind deutlich spürbar, kurzzeitig auch schmerzhaft – die Intensität passen wir an Ihre Rückmeldung an.
- Nachgang: Leichte Rötung oder ein Druckgefühl für ein bis zwei Tage sind normal. Sport pausiert je nach Befund kurz.
- Aktive Ergänzung: Die beste Evidenz hat Stoßwelle in Kombination mit exzentrischem Training und Belastungsaufbau – deshalb gehört bei uns immer ein Übungsprogramm dazu.
Wie gut ist die Wirkung belegt?
Für Plantarfasziitis, Kalkschulter und Sehnenansatz-Beschwerden zeigen Übersichtsarbeiten moderate bis gute Effekte – etwa 60 bis 80 Prozent der Behandelten berichten eine deutliche Besserung. Die Wirkung tritt dabei nicht sofort ein: Das Gewebe braucht mehrere Wochen, um auf den Heilreiz zu reagieren. Eine Garantie gibt es – wie bei jeder Therapie – nicht; sprechen Sie mit uns über Ihre individuelle Prognose.
Was kostet Stoßwellentherapie?
Stoßwellentherapie ist bei den meisten Indikationen eine Selbstzahlerleistung – die gesetzlichen Kassen übernehmen sie bisher nur beim Fersensporn unter bestimmten Voraussetzungen. Private Krankenversicherungen und Beihilfe erstatten die Behandlung in der Regel. Die Kosten pro Sitzung liegen praxisüblich im zweistelligen Eurobereich – den genauen Preis und die empfohlene Sitzungszahl nennen wir Ihnen vorab transparent im Befundgespräch.
Für wen ist Stoßwelle nicht geeignet?
Nicht behandelt wird u. a. bei Schwangerschaft im Behandlungsgebiet, Blutgerinnungsstörungen bzw. Einnahme starker Gerinnungshemmer, akuten Entzündungen oder Infekten im Behandlungsareal sowie direkt über Wachstumsfugen bei Jugendlichen. Im Befundgespräch klären wir das vorab.
Stoßwelle bei PHYSIOAktiv Rall
Wir setzen die Stoßwellen- und Elektrotherapie an unseren Standorten in Niedereschach, St. Georgen und Zimmern ob Rottweil ein – immer eingebettet in ein aktives Gesamtkonzept mit Übungsprogramm und Belastungssteuerung. Gerade bei chronischen Beschwerden ist die Kombination aus gezieltem Heilreiz und aktivem Training der Schlüssel.
Kurz gefasst
Stoßwellentherapie ist eine gut untersuchte, nicht-operative Option bei chronischen Sehnen- und Weichteilbeschwerden – vom Fersensporn bis zur Kalkschulter. Sie wirkt nicht über Nacht, aber in Kombination mit aktivem Training überzeugend oft. Termine und Beratung über unser Kontaktformular oder telefonisch in Ihrem Wunschstandort.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Stoßwellentherapie und wie wirkt sie?
Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) leitet gebündelte Druckwellen von außen in chronisch gereiztes Sehnen- und Weichteilgewebe. Die Impulse regen Durchblutung und Stoffwechsel an und stoßen körpereigene Reparaturprozesse an – ohne Operation und ohne Medikamente.
Bei welchen Beschwerden hilft Stoßwellentherapie am besten?
Am besten belegt ist die Wirkung bei Fersensporn (Plantarfasziitis), Kalkschulter, Tennis- und Golferellenbogen, chronischen Achillessehnen-Beschwerden und Patellaspitzensyndrom – vor allem, wenn die Beschwerden länger als drei Monate bestehen.
Ist Stoßwellentherapie schmerzhaft?
Die Impulse sind deutlich spürbar und können kurzzeitig schmerzhaft sein. Die Intensität wird individuell an die Rückmeldung der Patientin oder des Patienten angepasst. Nach der Behandlung sind leichte Rötung oder Druckgefühl für ein bis zwei Tage normal.
Wie viele Sitzungen Stoßwellentherapie sind nötig?
Üblich sind drei bis fünf Sitzungen von je 10 bis 15 Minuten im Abstand von etwa einer Woche. Die Wirkung baut sich über mehrere Wochen auf, da das Gewebe Zeit braucht, um auf den Heilreiz zu reagieren.
Zahlt die Krankenkasse die Stoßwellentherapie?
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Stoßwellentherapie bisher nur beim Fersensporn unter bestimmten Voraussetzungen; sonst ist sie eine Selbstzahlerleistung. Private Krankenversicherungen und Beihilfe erstatten die Behandlung in der Regel.



