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Krankengymnastik am Gerät (KGG)

Ärztlich verordnetes Krafttraining an medizinischen Geräten unter physiotherapeutischer Aufsicht – Ablauf, Kosten und für wen KGG sinnvoll ist.

PHYSIOAktiv Rall26. Mai 20266 Min. Lesezeit
Krankengymnastik am Gerät (KGG) – therapeutisches Sequenztraining unter physiotherapeutischer Aufsicht

Was ist Krankengymnastik am Gerät (KGG)?

Krankengymnastik am Gerät – kurz KGG – ist ärztlich verordnetes, individuell dosiertes Krafttraining an medizinischen Sequenztrainingsgeräten unter durchgehender physiotherapeutischer Aufsicht. Ziel ist der gezielte Wiederaufbau von Kraft, Stabilität und Belastbarkeit – nicht das schnelle „Mehr-Gewicht-mehr-Sätze", wie es im Fitnessstudio üblich ist.

Die Therapieform ist im deutschen Heilmittelkatalog als eigenes Heilmittel verankert und darf nur in zugelassenen Praxen mit entsprechend qualifiziertem Personal und KGG-Gerätepark erbracht werden.

Wie unterscheidet sich KGG vom Fitnessstudio?

Kurz gesagt: KGG ist medizinische Therapie, kein Sport. Drei Unterschiede sind entscheidend:

  • Indikation und Verordnung: KGG erfolgt auf Basis einer ärztlichen Heilmittelverordnung und einer therapeutischen Eingangsuntersuchung – nicht nach persönlichen Trainingszielen.
  • Dosierung: Belastung wird individuell auf die Heilungsphase, das Beschwerdebild und Ihre Tagesform abgestimmt – nicht nach Trainingsplänen aus dem Lehrbuch.
  • Begleitung: Eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut ist während der gesamten Einheit anwesend, korrigiert Technik, steuert Last und passt sofort an, wenn Schmerz oder Ausweichbewegungen auftreten.

Das Ergebnis: ein Trainingsreiz, der heilt – nicht überlastet.

Für wen ist KGG sinnvoll?

KGG ist sinnvoll, wenn Kraft, Stabilität oder Belastbarkeit gezielt wiederaufgebaut werden müssen – also überall dort, wo „nur" Bewegung oder Massage nicht reicht. Typische Einsatzgebiete:

  • Nach Operationen an Knie, Hüfte, Schulter oder Wirbelsäule (Kreuzband, Endoprothese, Bandscheibe)
  • Chronische Rücken- und Gelenkbeschwerden, die von Krafttraining nachweislich profitieren
  • Nach Sportverletzungen, wenn die Rückkehr zum gewohnten Belastungsniveau ansteht
  • Bei muskulären Dysbalancen, etwa nach längerer Schonung oder einseitiger Belastung
  • Zur Prävention, wenn ein erhöhtes Verletzungsrisiko oder ein anstehender Eingriff absehbar ist

KGG ist die logische Brücke zwischen klassischer Krankengymnastik und dem späteren selbstständigen Training – mit messbarer Belastungssteigerung in einem geschützten Rahmen.

Wie läuft eine KGG-Behandlung ab?

Eine KGG-Serie beginnt mit einem ausführlichen Eingangsbefund und mündet in einen individuell aufgebauten Trainingsplan – darin steigert sich die Belastung Einheit für Einheit kontrolliert.

  1. Befund & Zielsetzung (erste Einheit): Beweglichkeit, Kraftseitenvergleich, Schmerzverhalten, Bewegungsmuster werden erfasst. Gemeinsam mit Ihnen werden realistische Etappenziele definiert.
  2. Trainingsplan: 6–10 Übungen an Sequenztrainingsgeräten, abgestimmt auf Diagnose, OP-Datum, Belastungsfreigabe und Alltag.
  3. Begleitung jeder Einheit: Eine Therapeutin oder ein Therapeut korrigiert Technik, steuert Wiederholungen und Last, dokumentiert Werte.
  4. Progressive Steigerung: Last, Geschwindigkeit, Komplexität und Bewegungsumfang werden in kleinen Schritten angepasst – nach Kriterien, nicht nach Kalender.
  5. Transfer in den Alltag: Übungen werden so erweitert, dass Sie das Erlernte später ohne Gerätepark zuhause oder im Studio fortsetzen können.

Eine Einheit dauert in der Regel 45 bis 60 Minuten, eine Verordnungsserie üblicherweise 6 bis 10 Einheiten – verlängerbar nach ärztlicher Folgeverordnung.

Was bringt KGG?

KGG liefert vier messbare Effekte, die in nahezu jeder Reha-Phase entscheidend sind:

  • Gezielter Kraftaufbau der verletzten oder geschwächten Strukturen – ohne Überlastung der Nachbarregionen.
  • Stabilisierung und neuromuskuläre Kontrolle, also bessere Ansteuerung und Reaktion der Muskulatur.
  • Schmerzreduktion, wenn dosiertes Training Vermeidungsverhalten durch Vertrauen ersetzt.
  • Schnellere Rückkehr in Alltag, Beruf und Sport, weil Belastbarkeit nicht nur „gefühlt", sondern objektiv aufgebaut wird.

Die Forschung zur konservativen und postoperativen Rehabilitation zeigt durchgängig: Aktive, dosierte Belastung schlägt passive Therapie, wenn es um langfristige Funktion und Stabilität geht.

Verordnung, Kosten und Kassenleistung

KGG ist ein verordnungsfähiges Heilmittel und wird in Deutschland bei medizinischer Indikation grundsätzlich von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Voraussetzungen:

  • Heilmittelverordnung (KGG) durch Ärztin oder Arzt – mit Diagnose und Therapieziel.
  • Zugelassene Praxis mit den erforderlichen Geräten und qualifiziertem Personal.
  • Gesetzlich Versicherte zahlen 10 % Eigenanteil zuzüglich 10 € Rezeptgebühr (Stand 2026), sofern keine Befreiung vorliegt.

Privatpatientinnen und -patienten sowie Selbstzahler rechnen nach den jeweils gültigen Sätzen ab – fragen Sie uns gern nach einem Kostenvoranschlag.

Hinweis: Konkrete Kostenübernahmen hängen von Diagnose, Verordnung und Kasse ab. Verbindliche Auskünfte erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse oder direkt in unserer Praxis.

KGG in unseren Praxen

In allen drei Standorten – Niedereschach, St. Georgen und Zimmern ob Rottweil – steht ein moderner Gerätepark für KGG zur Verfügung. Sie trainieren in kleinen, betreuten Gruppen mit fester therapeutischer Bezugsperson. Wir koordinieren KGG nahtlos mit Ihrer übrigen Therapie – sei es nach einer Knie-OP, bei chronischen Rückenbeschwerden oder im Comeback nach Sportverletzung.

Kurz gefasst

KGG ist kein „Fitness mit Rezept", sondern medizinische Trainingstherapie: ärztlich verordnet, individuell dosiert, therapeutisch begleitet. Wer nach Operation, Verletzung oder bei chronischen Beschwerden Kraft, Stabilität und Vertrauen in den eigenen Körper zurückgewinnen will, findet in KGG das passende Werkzeug. Termine vereinbaren Sie unkompliziert über unser Kontaktformular oder telefonisch in Ihrem Wunschstandort.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Krankengymnastik am Gerät (KGG)?

KGG ist ärztlich verordnetes, individuell dosiertes Krafttraining an medizinischen Sequenztrainingsgeräten unter durchgehender physiotherapeutischer Aufsicht. Ziel ist der gezielte Wiederaufbau von Kraft, Stabilität und Belastbarkeit nach Verletzungen, Operationen oder bei chronischen Beschwerden.

Für wen ist KGG geeignet?

KGG eignet sich nach Operationen (z. B. an Knie, Hüfte, Schulter oder Wirbelsäule), bei chronischen Rücken- und Gelenkbeschwerden, nach Sportverletzungen, bei muskulären Dysbalancen sowie präventiv bei erhöhtem Verletzungsrisiko.

Wer übernimmt die Kosten für KGG?

KGG ist ein verordnungsfähiges Heilmittel und wird bei medizinischer Indikation grundsätzlich von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Gesetzlich Versicherte zahlen einen Eigenanteil von 10 Prozent zuzüglich 10 Euro Rezeptgebühr, sofern keine Befreiung vorliegt.

Wie unterscheidet sich KGG vom normalen Fitnessstudio?

KGG erfolgt auf ärztliche Verordnung mit therapeutischem Eingangsbefund, die Belastung wird individuell auf Heilungsphase und Beschwerdebild abgestimmt, und eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut ist während der gesamten Einheit anwesend. Im Fitnessstudio trainieren Sie nach persönlichen Zielen ohne medizinische Begleitung.

Wie lange dauert eine KGG-Einheit und wie oft pro Woche?

Eine KGG-Einheit dauert in der Regel 45 bis 60 Minuten. Üblich sind ein bis zwei Einheiten pro Woche über eine Verordnungsserie von 6 bis 10 Einheiten, die bei Bedarf ärztlich verlängert werden kann.

Welche ärztliche Verordnung brauche ich für KGG?

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt stellt eine Heilmittelverordnung mit dem Heilmittel „KG-Gerät" (Krankengymnastik am Gerät) aus, ergänzt um Diagnose und Therapieziel. Mit dieser Verordnung vereinbaren Sie einen Termin in einer zugelassenen Praxis.

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Unser Team hilft Ihnen gerne weiter – in Niedereschach, St. Georgen oder Zimmern ob Rottweil.